Tausendjährige Geschichte

Die Marktgemeinde Hohenruppersdorf hat als Weinort eine lange Geschichte, erste Siedlungen – „Barschalchen“ – dürften bis in das 9. Jahrhundert zurückreichen. Im Rahmen der Besiedlung der Ostmark in den Jahren 976 bis 1276 wurde das Land nach geeigneten Plätzen erkundet, an denen man sich ansiedeln konnte. Es waren die Babenberger, die durch die geordnete Besiedelung nicht nur das Ansehen des Landesherren sondern auch die Einnahmen erhöhten. So wurde das Land zunächst vermessen, mit Grenzsteinen und Pflöcken versehen, um anschließend von den durch Kundmachung in ausgewählten Gebieten angeworbenen Siedlern in Empfang genommen zu werden. Zu dieser Zeit dürfte auch der jetzt bekannte Ort besiedelt worden sein.

Die erste bekannte urkundliche Erwähnung findet sich in einer Schenkungsurkunde in der ein gewisser Rudger Dumo sein Erbgut auf den Todesfall dem Kloster Heiligenkreuz vermacht. In dieser Urkunde sind zwei „Parschalken Güter“ in „Ruprechtsdorff“ samt einem Weingarten namens „Sol“ erwähnt. Die tatsächliche Übergabe dürfte im Jahr 1178 stattgefunden haben, wie ein weiteres Dokument belegt in dem „Roprehtdorf“ erwähnt wird.

Direkt dem Herrscherhaus unterstanden, wurde Ruprechtsdorf – später Ruppersdorf – dann Hohenruppersdorf, im Laufe der Zeit mit zahlreichen Privilegien ausgestattet von denen die nachfolgenden besonders hervorzuheben sind:

♣ Markterhebung im Jahr 1324
♣ Bann (Rechtssprechung innerhalb der Ortsgrenzen)
♣ Banntaiding (Recht auf Bürgerversammlungen und Beschlussfassung für Gemeindeangelegenheiten)
♣ Recht der Freizügigkeit (innerhalb der Gemeinde sorgten sich „Richter, Rate und ganze Gemain“ [Gemeinde] um das Wohl der Menschen)
♣ Waldschenkung aus dem Jahre 1383

So entwickelte sich der Ort prächtig und war im Jahre 1590 die einzige Gemeinde des Bezirkes von insgesamt 84, der eine dreistellige Häuserzahl hatte, nämlich 129. Im Vergleich zählten die heutige Bezirksstadt Gänserndorf damals 18 und Zistersdorf 17 Häuser.

Mit dem Wein verbunden

Auch die Errichtung der Pfarre im Jahre 1347 sei an dieser Stelle besonders erwähnt. War es doch der Pfarrer, der laut Gründungsurkunde verpflichtet war, einen Mesner zu erhalten, der seinerseits wiederum die Pflicht hatte, die Kinder im Schreiben, Lesen und Rechnen zu unterrichten.

Diese Privilegien der Marktgemeinde Hohenruppersdorf mussten immer wieder erstritten bzw. auch durch die Zahlung hoher Beträge bestätigt werden. Der letzte und bedeutendste „Freikauf“ der Gemeinde fand unter Maria Theresia statt. Durch Wein- und Holzverkauf sowie die Aufnahme eines Kredites wurde dem Kaiserhaus die stattliche Summe von 48.000 Gulden (dies entsprach dem Gegenwert von 40 Halblehnerhäusern) bezahlt, worauf die Hohenruppersdorfer gänzlich frei waren. Dies ist insbesondere erwähnenswert, da die generelle Bauernbefreiung erst knapp 100 Jahre später stattfand.

Die Geschichte des Ortes ist untrennbar mit der Landwirtschaft verbunden und der Wein hatte hier immer eine besondere Bedeutung. Der bereits erwähnten Waldschenkung ist es zu verdanken, dass in Hohenruppersdorf immer genügend Holz für den Fassbau zur Verfügung stand. Im Gemeindearchiv befindet sich ein Tranksteuerverzeichnis aus dem Jahr 1641, das 183 Namen aufweist. Die in den Kellern lagernde Weinmenge wird darin mit 568.700 Litern Wein angegeben, was zu dieser Zeit sicher eine beträchtliche Zahl gewesen sein muss. Aus dem Jahr 1815 ist eine Lizitation bekannt, in der 350 Eimer (19.600 Liter) älterer Wein und noch dazu 300 Eimer „Fassgeschirr“ von einem Bauern zum Kauf angeboten wurden. Aus einer Aufstellung aus dem Jahr 1902 sind in Hohenruppersdorf 300 Weingartenbesitzer mit einer Rebfläche von 200 Hektar bekannt.

In der jüngeren Weingeschichte des Ortes ist Hans Epp, geboren am 23. Juni 1909, besonders zu erwähnen. Er hatte als Pionier und Freund von Lenz Moser die moderne Hochkultur mit ihrer Drahtrahmenerziehung in der Gemeinde im großen Stil eingeführt. Ein Nachfahre von ihm, Martin Krottendorfer, ist heute der Obmann des Weinbauvereins.